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Call for Papers: „Theater/Drama/Theatertext und Klimakrise“

Tagung an der Universität Łódź in Kooperation mit dem DFG-Netzwerk „Untersuchungen zur Gegenwartsdramatik“, der LMU München sowie dem Theater des Anthropozän, Łódź 13.-14.10.2023


Nicht erst nach den Berichten über Grenzen des Wachstums in den 1970er Jahren, Al Gores Warnungen seit den 1990er Jahren, Greta Thunbergs Protest und den Aktionen von Fridays for Future oder Extinction Rebellion ist klar, dass wir vor einer Klimakatastrophe stehen. Die Ausrottung der Arten, Zerstörung der Ökosysteme und der Raubbau an der Natur sind die negativen Seiten des Anthropozäns. Verstanden als Gaia nach der Hypothese von James Lovelock und Lynn Margulis, an die in jüngster Vergangenheit Bruno Latour anknüpfte, wäre die Tragödie nicht mehr allein auf den Menschen, sondern auf die Erde und ihr Biosystem als ganzes Lebewesen bezogen. Dies hat mehr oder weniger Auswirkungen auf die Dramatik und das Theater. Da sich der Klimakrise nicht leicht dramatisieren oder theatralisieren, auch nicht einfach performen lässt, suchen Dramatiker*innen, Theatermacher*innen und Performer*innen gegenwärtig nach Zugängen und Darstellungsweisen. Die Tagung an der Universität Lodz in Zusammenarbeit mit der LMU München, dem DFG-Netzwerk „Untersuchungen zur Gegenwartsdramatik“ und dem Theater des Anthropozän soll nun zum einen den Stand der Dinge dokumentieren. Zum anderen soll diskutiert werden, welche aktuellen und welche zukünftigen Formen der Dramatik und des Theaters gefordert und geeignet sind, die Tatsachen der Klimakrise, der Ausrottung der Arten und der Verbrechen gegen die Umwelt zu präsentieren und nachfolgend zum Engagement zu motivieren. Interessieren wird uns das aktuelle Panorama der Grenzen und Möglichkeiten der Dramatik oder des Theaters, das sich mit der Klimakrise auseinandersetzt, wobei neben den verschiedenen Dramaturgien und Ästhetiken die Frage nach wissenschaftlichen Fakten auf der Bühne bzw. in der performativen Aktion, die Neustrukturierung des Produktionsapparats und das Politische der Darstellung diskutiert werden sollen. Vorstellbar sind etwa Beiträge zu innovativen dramatischen oder nicht mehr dramatischen Formen von Thomas Köcks Klimatrilogie über Alexander Eisenachs „Anthropos, Tyrann“ bis hin zu Kathrin Rögglas „Das Wasser“ und Teresa Doplers „Monte Rosa“. Nicht unerwähnt bleiben soll das Kinder- und Jugendstück, etwa Franz Hohlers „Cengalo der Gletscherfloh“ oder Lucien Haugs und Suna Gürlers Klassenzimmerstück „Greta“, darüber hinaus Formen des postdramatischen Theaters wie Rimini Protokolls „Weltklimakonferenz“ oder Alexander Giesches „Der Mensch erscheint im Holozän“ und performative Projekte wie das Pflanzentheater „Die Welt ohne uns“ des Kollektivs lunatiks. Möglich wären zudem Reflexionen über kuratierte Projekte wie „Theater des Anthropozän“ oder „Save the World“. Beachtung finden soll außerdem die Ökobilanz der Theater(Häuser). Der Fragenkatalog ist selbstverständlich offen und weitere detaillierte Themen sind ebenso erwünscht.


Geplant wird eine interdisziplinäre Präsenztagung, zu der nicht nur Akademiker*innen und Künstler*innen, sondern auch interessierte Bachelor-, Master- und Promotionsstudierende eingeladen sind.


Es wird keine Tagungsgebühr erhoben. Eine Teilerstattung von Übernachtungs- und Verpflegungskostenkosten wird beantragt. Geplant ist eine Veröffentlichung der Beiträge in einem wissenschaftlichen Band. Einen Themenvorschlag mit einem kurzen Exposé und einer Kurzbiografie erwarten wir bis zum 31. März 2023 an: hannah.vonsass@fu-berlin.de sowie artur.pelka@uni.lodz.pl.

Organisation: Prof. Dr. Andreas Englhart, Univ.-Prof. Dr. Artur Pełka, Dr. Frank Raddatz, Dr. Hannah von Sass












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